MUSEUMSQUARTIER
HUMPIS

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Das Museum Humpis-Quartier ist das kulturhistorische und stadtgeschichtliche Museum der Stadt Ravensburg. Es befindet sich im Humpis-Quartier, einem der besterhaltenen spätmittelalterlichen Wohnquartiere in Süddeutschland. Das Quartier besteht aus insgesamt sieben Gebäuden, welche um einen Innenhof gruppiert sind. Die ältesten Gebäudefragmente stammen aus den Jahren um 1050 herum und stellen somit den ältesten Baubestand in Ravensburg dar. Seine Namensgebung und Gebäudegestaltung verdankt das Ensemble der einflussreichen Patrizierfamilie Humpis. Das damals junge und noch unbekannte Stuttgarter Büro Space4 lieferte nach einem gewonnenen Wettbewerb den Entwurf für die Architektur und Museumsgestaltung. Übergeordnetes Ziel war die Erhaltung und Sichtbarmachung der unterschiedlichen Bauepochen.

 

Eine Schwierigkeit bestand darin, die unterschiedlichen Geschosshöhen miteinander zu verbinden sowie den Höhenunterschied von ca 2,5m zwischen den beiden flankierenden Straßen zu überwinden. Der Innenhof spielt dabei eine zentrale und verbindende Rolle.
Durch ein weitgespanntes Glasdach und einen Laubengang aus Stahl und Glas, welcher dem historischen Laubengang aus Holz nachempfunden ist, werden die verschiedenen Gebäude miteinander verbunden. Zudem wurde eine Unterkellerung des Innenhofs umgesetzt. In einem Teil des Quartiers wurde ein Neubau hinzugefügt, in welchem Büronutzungen untergebracht sind. Die Konstruktion des mehrgeschossigen Laubengangs, dessen Brüstungen und Böden verglast sind, besteht aus geschweissten Stahl - Torsionselementen, ähnlich Wirbelsäulen, an welchen die Kragarme zur Aufnahme der Laufflächen und Treppen befestigt sind. Durch die optimale Anordnung der Stützen unter den Auslegern entsteht eine ausgewogene, leichte Tragstruktur.

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Die Tragstruktur des Hofdaches besteht aus zwei übereinander angeordneten Tragwerksebenen - einem zweiachsig wirkenden Trägerrost als Primärkonstruktion und einem leichten Stahlträgerrost in den Randbereichen. Durch den sekundären Rost wird einerseits eine einfache geometrische Anpassung an den Verlauf der bestehenden Dächer, andererseits eine einfache konstruktive Durchbildung der Abdichtung des Spaltes zwischen dem Rand der Verglasung und der alten Substanz der angrenzenden Dächer ermöglicht. Das Dach ist für Wartungs- und Reinigungszwecke betretbar ausgebildet. Gehalten wird das gesamte Glasdach durch 4 schlanke Stahlstützen im Hofinneren, welche im Raster 8 x 11 m angeordnet sind.
Durch diese Reduzierung von sichtbaren Tragwerkselementen wird die Leichtigkeit der Konstruktion unterstrichen. Nach der erforderlichen und denkmalgerechten Sanierung und Restaurierung wurde das Museum im Juli 2009 mit einem großen Mittelalterfest eröffnet.