VERKEHRSKOMMISSARIAT
KISSLEGG

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“Wirtschaftlichkeit durch Einfachheit“. Je einfacher und selbstverständlicher das Tragwerk herstellbar und montierbar sein wird, desto effizienter wird es ausfallen. Auch wenn das Tragwerk nur einen Teil des Bauwerks darstellt, hängt viel von dessen Wirtschaftlichkeit ab. Durch die Vermeidung besonderer Hilfsmittel bei der Montage der Tragwerkselemente kann die Wirtschaftlichkeit weiter gesteigert werden. Ein besonderes Augenmerk beim Tragwerksentwurf liegt auch bei der erforderlichen und sinnvollen Gründungsart.

 

Bei dem Projekt für das Verkehrskommissariat in Kißlegg (Landkreis Ravensburg, Westallgäu) lag die Herausforderung darin, eine Erweiterung an ein bestehendes, unterkellertes Gebäude zu realisieren. Durch das Raumprogramm war keine Fortführung der Unterkellerung vorgegeben. Es war deshalb zu erwarten, dass es im Bereich des alten Arbeitsraumes bzw. der alten Baugrube des Bestandsbaus bei einer Massivbauweise zu stark unterschiedlichen Setzungen kommen würde. Die Wahl fiel daher auf die Umsetzung eines leichten, isostatischen Stahl-Tragwerks, welches bei dieser Art von inhomogener Gründung unverzichtbar für eine wirtschaftliche Lösung erschien. Weitere Faktoren für die Wahl der Materialien und des Tragsystems waren zudem die Minimierung der Beeinträchtigungen auf den laufenden Betrieb des Kommissariats durch die Bauarbeiten und damit das Ziel einer maximal möglichen Verkürzung der Bauzeit.

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Statt der üblichen Gründung durch Streifen- und Plattenfundamente wurden die tragenden Stahlstützen, welche gleichzeitig die Fassade tragen, auf einen stirnseitigen Fundamentbalken aufgestellt, der über zwei Betonplomben im tragfähigen Bereich des Baugrundes verankert ist. Ein Großteil des Erweiterungsbaus ist quasi mit dem Schraubenzieher montierbar und damit setzungsunempfindlich. Die Setzungen werden während der Montage der Fertigbeton-Deckenplatten ausgeschöpft. Das Zusatzgewicht der restlichen Sandwichplatten und Verglasungen der Gebäudehülle ist praktisch vernachlässigbar. Die Errichtung des Anbaus konnte nach Fertigstellung des Fundaments in weniger als 2 Wochen realisiert werden. Der Betrieb wurde während der gesamten Bauzeit ohne Unterbrechung und ohne Beeinträchtigungen weitergeführt.