WASSERWERK HAMMER
BÄRENTHAL

200722_14_1.jpg
201106_GIF_Projekte_14_3.jpg
201106_GIF_Projekte_14_1.jpg
201106_GIF_Projekte_14_2.jpg
201106_GIF_Projekte_14_4.jpg
 
201106_14_Bilder_Projekt_Rest_1.jpg

Das für die Villa S13 zuvor beschriebene Konzept wurde fast zeitgleich ebenfalls für den Neubau eines Büro- und Werkstattgebäudes für ein Wasserwerk auf der Schwäbischen Alb, im Landkreis Sigmaringen, eingesetzt. Ziel war auch hier eine maximale Flexibilität der Nutzung und Leichtigkeit der Struktur bei gleichzeitiger Maximierung des Vorfertigungsgrades und dem gestalterisch und konstruktiv anspruchsvollen Einsatz vorgefertigter, industrieller Bauelemente.
Die große Transparenz des Neubau-Riegels, in welchem Werkstätten und Büroräume untergebracht sind, sowie die sorgfältige Auswahl der Materialien trägt dem Wunsch der Bauherrschaft Rechnung, das Gebäude behutsam in das Ensemble der Bestandsgebäude und in die landschaftlich schöne Umgebung des Bäratals einzubinden.

 

Bei der tragenden, filigranen Stahlkonstruktion handelt es sich gleichzeitig um die Fassadenpfosten des Pfosten-Riegel- Systems. Die Dachscheibe des Pultdaches besteht aus, mit den Dachträgern verschraubten, großformatigen Holz-Mehrschichtplatten und übernimmt als Scheibe einen Teil der Queraussteifung des Gebäudes. Bei gleichzeitigem sparsamen Materialeinsatz und versuchter maximaler Entmaterialisierung der Tragwerkselemente entsteht so ein hoch funktionales und effizientes Gebäude. Alle massiven, opaken Bauteile werden nur bis knapp unter die Dachscheibe geführt. Die Fenster der Oberlichtstreifen sind, wie der Rest der Fassade an filigranen Stahlprofilen befestigt. Durch diesen gestalterischen Trick und die unerwartete Transparenz scheinen sich die Verbindungen der einzelnen Bauteile aufzulösen und die Dachscheibe wie losgelöst leicht über dem Baukörper zu schweben. Längs- und Queraussteifung des Riegels werden über sparsam eingesetzte, aufs Nötigste beschränkte Wandscheiben aus Filigran-Fertigbeton-Elementen bewerkstelligt.

201106_14_Bilder_Projekt_Rest_2.jpg
 
201106_14_Bilder_Projekt_Rest_3.jpg

Im Bereich des Treppenhauses übernehmen diese Wände gleichzeitig Feuerschutzfunktionen und im Übergangsbereich zum Bestandbau der Pumpenhalle auch Schallschutzfunktionen. Erreicht wurde der Gesamteindruck durch die engagierte Zusammenarbeit zwischen Tragwerksplaner und Architekt, durch eine hohe Präsenz auf der Baustelle sowie durch eine durchgängige Detailplanung und Koordination der einzelnen Gewerke. Auch der große Carport auf dem Betriebshof wurde mit dem Ziel entwickelt, bei gleichzeitig hohem Vorfertigungsgrad und Einsatz von Produkten "von der Stange" (Ready-Mades) eine hohe gestalterische Qualität und Leichtigkeit der Konstruktion umzusetzen. Die Bogendach-Elemente wurden kombiniert mit einer reduzierten Stahlkonstruktion aus zwei Durchlaufträgern, welche auf vier eingespannten V-Stützen ruhen. Das Dach erhält dadurch den Eindruck eines verblüffenden Balancezustands. Die Möglichkeiten, das Potential des Materials "Stahl" auszureizen, werden durch diesen Nebenbau eindrucksvoll vor Augen geführt.